Chris Nains Blog

Digitales Tagebuch

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Alternativen zu WhatsApp

27. Februar 2014 · Keine Kommentare

Seitdem Facebook WhatsApp gekauft hat, scheinen sich einige Leute nach Alternativen umzusehen. Hier ein paar Möglichkeiten mit Vor- und Nachteilen:

Telegram

Seit 11 Tagen habe Telegram auf meinem Smartphone im Einsatz und finde es ziemlich gut. Es hat einige Vorteile gegenüber WhatsApp und bisher keine schnell erkennbaren Nachteile.

  • Es ist kostenlos
  • Es ist quelloffen
  • Es kann verschlüsseln
  • Es kann was WhatsApp kann

Möglicherweise ist die Verschlüsselung noch nicht perfekt aber die Entwickler versprechen da nachzubessern.
Soweit aber egal, denn WhatsApp versucht erst gar nicht Verschlüsselung zu ermöglichen.

Threema

Bei Threema muss man sich auf einmalige Anschaffungskosten von derzeit 1,79€ bzw. 1,60€ im App und PlayStore einlassen. Für viele Nutzer wird dies ein Hürde darstellen und es werden wohl nicht so schnell viele Freunde den Weg zu Threema finden. Ob die Verschlüsselung etwas taugt kann man leider schlechter beurteilen, da Threema nicht vollständig Open Source ist.

TextSecure

Eine weitere Alternative von der ich Positives gehört habe ist TextSecure. Allerdings ist es zur Zeit noch nicht für das iPhone verfügbar.

Heml.is

Mein Favorit ist Heml.is.
Das Problem: Dieser Messenger ist noch in der Entwicklung.
Heml.is gebe ich jedoch Vorschusslorbeerren, da Peter Sunde an dem Messenger beteiligt ist und er mit The Pirate Bay und Flattr bereits gute und erfolgreiche Projekte abgeliefert hat.

Hier lohnt es sich aus meiner Sicht die Augen offen zu halten, bis dahin werde ich auf Telegram setzen und natürlich auch weiter bei WhatsApp erreichbar sein.

Sonstiges (für die ITler):

Was mich insbesondere interessiert ist die Möglichkeit des verschlüsselten Gruppenchats. Bisher bietet ihn, soweit ich weiß, keiner der aktuell verfügbaren Messenger.
Natürlich ist das mit einer Ende-Zu-Ende-Verschlüsselung nicht ganz so einfach möglich aber meiner Meinung nach realisierbar.
Die Metainformationen, also z.B. welcher Benutzer mit welchem anderen kommuniziert, können ohnehin nicht verschlüsselt werden. Ein verschlüsselter Gruppenchat ließe sich als Ende-Zu-Ende-Verschlüsselter von jedem Gruppenmitglied mit jedem anderen Gruppenmitglied realisieren. In den Metainformationen könnte ausgetauscht werden, dass es sich um einen Gruppenchat handelt und welche anderen Benutzer an dem Gruppenchat teilnehmen. Im Nachrichten-Stream der Benutzer müssten die einzelnen Ende-Zu-Ende-Verschlüsselten Chats dann in einem Gruppenchat zusammengesetzt werden, die Zuordnung erfolgt über die Metainformationen.

PS: Angesichts der weltweiten Überwachung durch die Geheimdienste und der Untätigkeit der Politik sollte man anfangen den Mächtigen ein paar Steine in den Weg zu legen. Bitte verschlüsselt!

PPS: Auf den Blogpost hin wurde mir Hoccer XO als weitere sichere Alternative vorgeschlagen, den Hinweis möchte ich euch nicht vorenthalten.

→ Keine KommentareTags: Apps · Informationstechnologie · Internet · Smartphone

Piraten im Wahlkampf – Was haben wir falsch gemacht?

27. September 2013 · 2 Kommentare

Ich möchte hier grob skizzieren, was aus meiner Sicht in unserem Wahlkampf falsch gelaufen ist, warum wir den Einzug in den Bundestag nicht geschafft haben und was wir bei den nächsten Wahlen besser machen sollen.

Vorne weg: Ich bin kein Experte und versuche nur aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen zu analysieren. Außerdem möchte ich allen Danken die sich wie auch immer am Wahlkampf für die Piraten beteiligt haben. Ihr habt dennoch einen tollen Job gemacht, denn immerhin konnten wir Abseits des Hypes zumindest unsere Stammwählerschaft zu 2009 leicht ausbauen.

Der einfachste wie wichtigste Grund dafür, dass wir nicht in den Bundestag einziehen konnten ist, dass wir den Menschen nicht klar machen konnten warum die Piraten im Bundestag gebraucht werden.

Überwachung

Wir haben uns zwar zur Bundestagswahl stark auf der Thema Überwachung gestützt und damit für die Piraten geworben, das Thema konnte aber (wie eigentlich auch zu erwarten war) nicht bei den Wahlberechtigten verfangen. In den Medien wurde das Thema hoch und runter besprochen und trotz allem, glaube ich nicht dass viele Menschen das Thema wirklich interessiert hat. Für die Medien war das Thema selbstverständlich trotzdem wichtig, denn hier wurden ihre eigenen Rechte beschnitten. Die Pressefreiheit wurde in Großbritannien mit Füßen getreten und die Medienlandschaft versuchte derartiges natürlich zu vermitteln. Ob sie damit Erfolg hatte weiß ich nicht.
Im Zuge der Debatte wurden gelegentlich aber dem Thema unangemessen selten Piraten eingeladen, vermutlich weil die Piratenpartei bereits bei nur 2-3% in den Umfragewerten lag und die Hoffnung auf Antworten durch die Piraten schon beerdigt war.

Viele Antworten die wir zu dem Thema gegeben haben waren dann derart:
“Wir finden das total schlimm, weil x, y und z!”
“Die Regierung tut nichts und Überwacht uns auch mit a und b!”
“Wir helfen euch bei Krypto!”
“Wenn wir im Bundestag wären, wäre das ganz anders!”

Von politischen Lösungen zum Thema war von uns wenig zu hören und wenn wir politische Lösungen vertraten dann leider zu kompliziert, als etwas davon im Gedächtnis blieb. Und so wurden wir durch die Medien dann auch immer wieder gefragt, warum wir zum Thema NSA und Überwachung denn gar nichts zu sagen hätten.
Selbst wenn wir als einfache Lösung behauptet hätten beispielsweise Fluggastdaten- und SWIFT-Abkommen der EU sofort kündigen zu wollen, um Druck auf die Überwacher auszuüben die Menschenrechte zu achten, hätte uns das vermutlich nicht viel weiter gebracht. Das Thema ist und bleibt leider ein Nischenthema für Nerds und Presse (aber nicht von uns) und interessiert vermutlich ungefähr 2% der Menschen in Deutschland so sehr, dass es ihnen bei Wahlen ein entschiedenes Thema ist. Wir haben sicher gute Leute um das Thema zu vermitteln, wenn wir dazu angefragt werden aber als Wahlkampfthema taugte es leider gar nicht.

Also weg von der Überwachungsthematik und auf zu neuen Dingen!

Freiheit statt Angst!

Wir haben also außerhalb eines Hypes mit einem Thema für uns geworben, für das sich nur sehr sehr wenige Menschen in Zeiten von Wirtschaftskrise und (möglichem) sozialem Abstieg interessieren.
Dabei haben wir hierzu zum Beispiel mit dem (bedingungslosen) Grundeinkommen ein tolles Konzept und ein Alleinstellungsmerkmal, welches sich von den sozialpolitischen Ideen von SPD, Grünen und Linken abhebt. Mit Kinder- und Bildungsgrundeinkommen, statt Kindergeld, Betreuungsgeld, Ehegattensplitting und BAföG haben wir auch erste unbürokratische, finanzierbare und faire Ansätze, um erste Schritte zum Bedingungslosen Grundeinkommen zu gehen.

In unserem Wahlkampf wurden solche positiven Visionen welche die Piratenpartei auszeichnen fast gar nicht hervorgehoben, stattdessen wurde mit Ängsten geworben:

(Der offizielle Wahlwerbespot der Piratenpartei auf Youtube)

Und noch mehr Unwohlsein hat der Spot der Bayern zur Wahl eine Woche zuvor vermittelt:

(Der offizielle Wahlwerbespot der Piratenpartei Bayern auf Youtube)

Thematisch hätten wir stattdessen auf eine Auswahl unserer innovativen politischen Alleinstellungsmerkmale hinweisen können: Z.B. BGE, Familienpolitik, Suchtpolitik, Fahrscheinloser ÖPNV und natürlich den neuen demokratischen Beteiligungsmöglichkeiten über das Internet. Diese anderen neuen Ideen der Politik hätten auch viel besser zu unserem Slogan “Wir stellen das mal in Frage” gepasst.

Köpfe mit Themen!

So ungern wir uns auf einige wenige Personen reduzieren lassen, so sehr braucht ein Wahlkampf charismatische Personen, welche unsere Visionen gut transportieren können.
Aus den Kandidaten der einzelnen Landesverbände hätten wir 1 oder 2 Personen als Spitzenkandidaten für die Wahl aufstellen sollen, um Personen zu bieten, mit denen die Piraten im Wahlkampf durch Medien und Wählende identifiziert werden können.
Wie personenfixiert der Wahlkampf geführt wurde war kaum zu übersehen, ob wir uns dem dauerhaft verschließen können weiß ich nicht. Am Ende hat z.B. nicht das Programm der CDU (das niemand kennt, liest oder gar will) die Wahl gewonnen, sondern Kanzlerin Merkel.

Unser Streitimage

Wir haben es seit den Berichten über den Streit im Bundesvorstand vor über einem Jahr nicht geschafft das Image der streitenden Partei loszuwerden. Sicher, Streit gibt es in der Partei immer aber hierbei handelt es sich im Grunde vor allem um Kleinigkeiten welche kaum große Wellen schlagen. Schlimmer ist, dass wir seit dem Hype nach dem Streit kein einziges großes Thema mehr setzen konnten. Wo zuvor noch darüber diskutiert wurde ob Parteien Netzpolitik vernachlässigen, wie viel Transparenz die Politik braucht oder ob Liquid Democracy ein interessantes Konzept ist, herrschte nun nur noch der Streit und die Medien die sich aus anderen Medien informieren trugen dieses Image immer weiter bis es auch Jeder verinnerlicht hatte.

Von diesem Image müssen wir weg. Ich bin etwas ratlos wie wir dies vermitteln können. Vielleicht sollten wir forscher auf die Frage reagieren und mitteilen, dass der Streit über ein Jahr zurückliegt. Sicher hilft dabei auch das Netzwerken was Benjamin Stöcker in seiner interessanten Wahlanalyse (hauptsächlich zum Wahlkampf der Bayern) erläutert hat.

Sicher gibt es noch viel Weiteres, was wir verbessern könnten.
Indirekt hätte uns sicher auch ein Beschluss beim Thema SMV überzeugter für das Thema digitale Demokratie auftreten lassen.

Was vielen von uns im Wahlkampf fehlte war die Aufbruchstimmung.
Aus meiner Sicht waren wir zu ängstlich. Das spiegelte sich in einem übertragenen Sinne auch in unseren Wahlwerbespots und unserer Außenkommunikation wieder.

Lasst uns wieder mutig vorangehen!
Aufbrechen, klarmachen, ändern.

(inoffizieller Spot “Die neue Farbe” auf der YT-Seite von Bruno Kramm)

Weitere Analysen:

Ich möchte meinem Blogpost noch ein interessantes Video zur Wahlanalyse im #PiratenTalk hinzufügen. Es geht eine gute Stunde und hat unter anderem Armin Fuhrer vom Focus zu Gast:

→ 2 KommentareTags: Piratenpartei · Politik

BRA015 – Die Zeit ist reif für Veränderung

19. September 2013 · Keine Kommentare

 

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Dauer: [podlove-episode field=”duration”] (aufgenommen am 06.09.2013)

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BRA014 – Forced to talk

4. August 2013 · Keine Kommentare

 

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Gesprächspartner:

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→ Keine KommentareTags: Brandung · Gesellschaft · Piratenpartei · Podcast · Politik

Überwachungsstaat – Was ist das (nicht)?

30. Juli 2013 · Keine Kommentare

Der YouTuber manniac hat ein tolles Video gemacht, was erklärt was ein Überwachungstaat ist:

(Video von manniacmind auf Youtube)

Das Video verdeutlicht wirklich gut, warum sich niemand einen Überwachungsstaat wünschen sollte, selbst dann wenn er glaubt nichts zu verbergen zu haben.

Kritik an der Debatte:

In vielen Medien hört und liest man aktuell, dass man im Zuge der Überwachungsdebatte plant Facebook und Co zu verlassen. Es gibt sogar politische Forderungen nach der Entwicklung einer eigenen deutschen/europäischen Suchmaschine oder eines eigenen deutschen/europäischen Sozialen Netzwerks.

Dieses Verhalten habe ich liebevoll “Datennationalismus” getauft und ist eine Entwicklung, die mir überhaupt nicht gefällt.

Zuerst sollte man sich einmal folgendes klar machen:

(eigentlich sollte es “zu unterscheiden” heißen)

Ich habe dies speziell für Piraten auf Twitter verbreitet aber auch jeder andere sollte sich darüber einmal klar werden.
Der wesentliche Unterschied zwischen Staaten und Unternehmen ist das staatliche Gewaltmonopol. Im Auftrag eines Staates kann man observiert oder ins Gefängnis gesteckt werden, im Auftrag von Facebook wird das nicht passieren. Stattdessen bekommt man personalisierte Werbung, Werbemails oder Empfehlungen für Facebook-Spiele, die gefallen könnten. Ohje! Wie schlimm! Ja, das ist für den einen oder anderen zwar unangenehm aber nicht wirklich gefährlich.

Eine andere Sache ist natürlich, wenn Facebook und Co von Staaten dazu gezwungen werden Daten (z.B. an Geheimdienste) herauszugeben, wie das bei PRISM aktuell der Fall ist. Hier kann man sich natürlich schützen, indem man das betreffende Unternehmen/die betreffende Webseite verlässt.

Nun aber auf das böse Facebook, die bösen USA oder Großbritannien zu schimpfen ist absurd. Manch einen freut es natürlich seinem Nationalismus oder Antiamerikanismus im Datenschutzmantel nun endlich freien Lauf lassen zu können.

Nun brauchen wir also ein eigenes Google und ein eigenes Facebook, um vor den ausländischen Geheimdiensten sicher zu sein?

Selbstverständlich nicht!
Glaubt denn jemand ernsthaft, dass die eigenen Geheimdienste die eigenen Suchmaschinen und Sozialen Netzwerke nicht genauso aushorchen würden?

Wir haben Bestandsdatenauskunft, die Vorratsdatenspeicherung (wie auch immer sie gerade heißt) mag unbedingt wieder eingeführt werden, und und und.

Die eigenen Geheimdienste und politischen Entscheidungsträger sind kein Stück besser als die der USA oder Großbritanniens. Durch zivilgesellschaftliches Engagement haben wir erreicht, dass hier noch nicht ganz so weit gekommen ist.

Dass uns (insbesondere konservative) Politiker erzählen, dass wir selbst Schuld sind überwacht zu werden, da wir ja auch unser Leben auf Facebook preisgeben zeugt von ihrem Verständnis von Überwachung.

Was können wir tun?

Eigentlich relativ wenig, denn der Mehrheitsgesellschaft ist immer noch egal, dass sie überwacht wird. Diese Mehrheitsgesellschaft wird weiter die Parteien wählen, welche aus der Überwachung Profit schlagen.

Was wir dennoch machen können ist, die Sozialen Netzwerke wie Facebook und Co zu nutzen, um Teile der Mehrheitsgesellschaft zu erreichen und ihnen Videos wie das von oben zukommen zu lassen. (Anders als aktuell immer behauptet sind die Netzwerke nämlich nicht böse sondern helfen auch uns zu vernetzen. Sie helfen und Demonstrationen zu organisieren und Informationen zu verbreiten.) Und vielleicht lässt sich sogar der ein oder andere CDU-Wähler oder Merkel-Fan von seiner Wahlentscheidung abbringen.

Für uns heißt es also weiter Informationen verbreiten, mit Menschen reden, demonstrieren gehen oder auch mal eine Kryptoparty schmeißen.

Kommunikation zu verschlüsseln schützt uns zwar keineswegs vor dem Überwachungsstaat oder verhilft uns zu mehr Freiheit aber dennoch ist es eine wichtige Fähigkeit über die man im Umgang mit dem Internet bestenfalls verfügen sollte.

Soweit so gut. Der einzige Weg sich der Überwachung wirklich entgegenzustellen ist jedoch eine politische Veränderung. Sei es damit andere Parteien (wie die Piraten, die früher-mal-Stasi-SED-Linken oder vielleicht geläuterten Grünen) zu wählen oder aber mit großen Demonstrationen auch ein Umdenken (weil Machterhalt) bei den großen Volksparteien zu bewirken.

PS: Ich möchte keine berechtigte Kritik an Facebook und Co delegitimieren, in der aktuellen Debatte ist dies allerdings relativierend.
PPS: Dieser Podcast “Soziopod #031: Demokratie” verdeutlicht, wie wenig unsere Geheimdienste in unsere Demokratie passen. (Ich kann hier auch jede andere Folge empfehlen!!!)

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